Ich bin immer neugierig, was Beauty Treatments anbelangt und scheue mich auch nicht davor, Dinge auszuprobieren.
So wollte ich vor zwei Jahren etwas Neues probieren, weil mir zu dem Zeitpunkt nach Veränderung war. Also buchte ich mir einen Termin für eine Botox Unterspritzung.
Grundsätzlich habe ich mit meinen Falten keine Probleme. Dank Sonnenschutz und guter Gene halten sie sich bei mir noch voll in Grenzen. Aber ich war neugierig, ob man mit Botox noch einen frischeren Look ins Gesicht zaubern kann oder sogar ein Browlifting! Außerdem bin ich ein krasser Zähneknirscher und habe jeden Morgen Schmerzen am Kiefer. Über Social Media hatte ich mitbekommen, dass viele sich den Kiefermuskel durch Botox abschwächen lassen, also war das für mich auch sehr interessant.
Wie wirkt Botox?
Botox (Botulinumtoxin) wirkt, indem es die Signalübertragung von Nerven zu Muskeln blockiert, was zu einer vorübergehenden Entspannung oder Schwächung der Muskeln führt. Dadurch glättet sich die Haut bei Falten oder löst Krämpfe. Man kann es auch gegen übermäßiges Schwitzen einsetzen. Die Wirkung setzt nach 3-4 Tagen ein und hält je nach Stärke des Muskels mehrere Monate.
Die Praxis, zu der ich gehe, ist auf Botox und Unterspritzungen spezialisiert. Zwei Freundinnen hatten sie mir unabhängig voneinander empfohlen. Mir war wichtig, mich von Experten behandeln zu lassen, die sich auf Botox spezialisiert haben und den ganzen Tag nichts anderes machen!
2 Wochen vor der Behandlung mit Botox sollte man folgendes beachten:
Keine Erkältung oder Infekt, keine Lasertherapie in derselben Region, keine Impfung, keine OP im Gesicht
Bei meinem ersten Termin ließ ich mich ausführlich beraten. Der Arzt hat sich Zeit genommen und mit einem Spiegel haben wir uns alle Partien in meinem Gesicht angesehen. Meine Wünsche waren:
- Geliftete Augenbrauen – Augen sollen wacher wirken
- Lachfältchen (oder laut Arzt: Krähenfüße…) um die Augen abmildern
- Kiefermuskel wegen Zähneknirschen
Bei meiner ersten Unterspritzung vor zwei Jahren wollte ich alles ausprobieren und habe mir folgende Partien mit Botox „lahmlegen“ lassen:
- Zornesfalte
- Browlift
- Lachfältchen
- Kiefermuskel (Masseter)

Die Unterspritzung tut ein bisschen weh, gerade um die Augen. Das ist aber nach ein paar Sekunden vorbei und absolut auszuhalten. Die Prozedur dauert etwa 10 Minuten und dann ist man fertig.
Am Tag der Behandlung mit Botox muss man folgendes beachten:
- Mindestens 4 Stunden aufrechte Kopfhaltung – nicht hinlegen!
- Kein Alkohol
- Kein Make-up
- Kein Einmassieren der Einstichtstellen von Botox
- Mindestens 48 Stunden kein Sport
- Mindestens 1 Woche: keine Sauna, Solarium und intensive Sonne
- Mindestens 2 Wochen: Keine Gesichtsmassage oder invasive kosmetische Gesichtsbehandlung, keine Laserbehandlung in derselben Region, keine COVID-Impfung
Die Wirkung des Botox setzt bei mir nach 3-4 Tagen voll ein und hält je nach Region im Gesicht 3-5 Monate. Die Haltbarkeit ist auch davon abhängig, wie stark der Muskel ist oder wie der eigene Stoffwechsel agiert. Mein Kiefermuskel ist sehr stark und hier hält Botox nur 3 Monate. Um die Augen hält der Effekt bei mir bis zu 5 Monate.
Wie viel kostet eine Botox Behandlung?
Die Kosten für Botox werden bei meiner Praxis pro Gesichtspartie abgerechnet. So kosten die Regionen Brow Lift, Lachfältchen, Stirnfalten, Zornesfalte jeweils 99 EUR und der Kiefermuskel 299 EUR (weil hier deutlich mehr Botox gespritzt wird). Je nach Praxis und Region können die Preise natürlich variieren.
Meine Botox Erfahrung – Nach der ersten Behandlung
Das Gefühl, wenn man seine Muskeln im Gesicht nicht mehr bewegen kann ist anfangs schon komisch. Der Impuls, die Augenbrauen hochzuziehen ist da, aber es bewegt sich nichts mehr. Nach ein paar Wochen hatte ich mich aber daran gewöhnt und fand es auch ganz entspannend. Bei der ersten Unterspritzung meines Kiefermuskels hatte ich noch keinen krassen WOW Effekt. Die Schmerzen waren abgemildert, aber immer noch wahrnehmbar. Das lag wohl daran, dass der Muskel so stark war.
Der Körper baut das Botox von alleine ab. 5 Monaten nach meiner ersten Behandlung hatte ich einen leichten Muskelkater in der Stirn, da sich die Muskeln nach so langer Zeit wieder zusammenziehen konnten. Auch das war erstmal ein seltsames Gefühl, ging aber nach wenigen Tagen wieder vollständig weg. Danach war alles wieder wie vorher. Ich konnte mein Gesicht normal bewegen und es war kein Unterschied zu sehen.
Meine Botox Erfahrung – das hat mir nicht gefallen
Am Ende mochte ich nicht, wie sich mein Lachen mit Botox verändert hat. Da sich die Lachfältchen nicht bewegt haben, hatte ich eine ausgeprägtere Falte unter den Augen. Mir hat der natürliche Ausdruck auf meinem Gesicht gefehlt. Ich lache gerne und mit vollem Einsatz und da hat mich Botox eingeschränkt. Auf diesem Foto hier sieht man das ganz gut:

Das war auch der Grund, warum ich mich gegen Botox um die Augen entschieden habe. Der Browlift Effekt war minimal bis nicht vorhanden und das Botox in den Stirnfalten hat meinen Blick eher schwerer wirken lassen, als geliftet. Als sich das Botox in der Stirn langsam abgebaut hat, hatte ich über ein paar Wochen eine Asymmetrie an den Augenbrauen. Die eine Stirnseite war beweglicher, als die andere. Das fiel anderen nicht auf, mir aber schon. Ich war kurz beunruhigt, ob das wohl so bleibt, aber zum Glück haben sich das Botox und die Asymmetrie komplett aufgelöst.
Dann habe ich erstmal ein Jahr Pause gemacht.
Als meine Kieferschmerzen aber Anfang 2024 wieder schlimmer wurden, wollte ich dem Masseter Botox nochmal eine Chance geben.
Meine Botox Erfahrung: Masseter Botox gegen Zähneknirschen
So war ich seit Juli 2024 alle drei Monate in der Praxis, um meinen Kaumuskel mit Botox behandeln zu lassen. Meine Schmerzen wurden nach der zweiten Behandlung deutlich besser! Endlich kein verkrampfter Kiefer mehr nach dem Aufwachen. Beim Essen habe ich keinerlei Probleme, da kann ich genau so zubeißen und kauen wie ohne Botox.
Fun Fact: Der Kaumuskel ist der stärkste Muskel des Körpers!
Nach der zweiten Anwendung hat sich tatsächlich auch meine Gesichtsform verändert und der Kaumuskel ist deutlich kleiner geworden. Mein Gesicht wurde schmaler und meine Kontur unter den Wangen stärker. Da jetzt aber im Kieferbereich die Muskelmasse fehlt, hängen meine Backen mehr an den Mundwinkeln und ich habe eine stärkere Nasolabialfalte. Das gefällt mir nicht, aber ich nehme es in Kauf, solange ich weniger Schmerzen habe.
Ich habe auch mit meiner Zahnärztin über mein Zähneknirschen gesprochen. Sie ist großer Fan von Masseter Botox, da es auch die Zähne schont. Dazu trage ich jede nach eine Schiene, um die Zähne noch besser zu schützen, aber je weniger ich knirsche, desto besser. Die Botox Behandlung wird leider nicht von der Krankenkasse übernommen. So zahle ich alle 3 Monate 300 EUR aus eigener Tasche, um meine Kieferschmerzen einzudämmen.

Was sind die Risiken von Botox?
Botox ist ein medizinischer Eingriff und es kann zu Nebenwirkungen kommen: Schwellungen, Rötungen, Blutergüsse an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, hängende Lider oder Asymmetrie der Gesichtszüge, Sehstörung, allergische Reaktionen (sehr selten)
Deshalb ist es sehr wichtig, dass ihr zu einer Ärztin geht, der ihr vertraut und die sich auf Botox spezialisiert hat! Außerdem solltet ihr euch vorher gründlich und unabhängig über die Prozedur informieren.
Meine Botox Erfahrung – Fazit
Botox ist die einzige Möglichkeit, meine Schmerzen vom Zähneknirschen einzudämmen. Es ist teuer, aber wirksam. Zur Minderung von Falten kommt es für mich aktuell nicht in Frage, da ich den „versteinerten“ Gesichtsausdruck an mir nicht mag. Wenn meine Falten irgendwann stärker werden, werde ich es aber definitiv wieder in Erwägung ziehen!
